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Neuerung in der forstlichen Förderung durch „Nachhaltige Waldwirtschaft“

Das Forstamt berät Waldbesitzer, um diese bei der Bewältigung der momentanen Herausforderungen bei der Bewirtschaftung ihres Waldes zu unterstützen. Foto: Forstamt Main-Tauber

Das Forstamt berät Waldbesitzer, um diese bei der Bewältigung der momentanen Herausforderungen bei der Bewirtschaftung ihres Waldes zu unterstützen. Foto: Forstamt Main-Tauber

Für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollen die Fördermaßnahmen der neu aufgestellten Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“ eine passgenaue und schnelle Unterstützung sein.

„Dies ist nötig, da sich die Wälder in Baden-Württemberg in einer Ausnahmesituation befinden. Der Klimawandel hat den Wäldern mit Dürre, Hitze und Schädlingen stark zugesetzt. Oberstes Ziel ist es, den Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Umwelt zu erhalten“, erklärt Forstamtsleiter Karlheinz Mechler.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Fördermaßnahmen wird die Unterstützung der Waldbesitzer bei der Aufarbeitung von Schadholz sein. Der Fördersatz der Aufarbeitungshilfe des letzten Jahres konnte auf 6 Euro je Festmeter erhöht werden. Begleitet wird diese Maßnahme durch weitere Förderungen, welche zur Aufarbeitung ergänzt werden können. So ist es zum Beispiel auch möglich, die Beschickung von Trockenlagern, das Entrinden oder das Hacken von durch den Borkenkäfer befallenem Holz zu fördern.

Neben der finanziellen Unterstützung der Waldbesitzer bei der Wiederbepflanzung von Schadflächen wird es künftig auch möglich sein, das Bewässern der Forstkulturen zu fördern. Zentraler Bestandteil sind auch attraktive Pauschalen und Vereinfachungen bei der Förderung einer anstehenden Wiederbewaldung. Zudem wurde ein komplett neues Maßnahmenpaket zur Förderung des Waldnaturschutzes geschaffen.

Die Försterinnen und Förster des Forstamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis beraten die Waldbesitzer, um in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. Die Landesforstverwaltung informiert zusätzlich im Förderwegweiser des Landes unter www.foerderwegweiser.landwirtschaft-bw.de unter der Rubrik Forstwirtschaftliche Fördermaßnahmen. Direkte Anfragen zu den Fördermöglichkeiten können auch an das Forstamt, Thomas Eckard, Telefon 09341/82-5207, E-Mail: thomas.eckard@main-tauber-kreis.de, gerichtet werden.

Forstamt Main-Tauber

Borkenkäfer findet gute Bedingungen zur Vermehrung

Warme Frühjahrstemperaturen und wenig Niederschlag bieten den Borkenkäfern gute Bedingungen zur Vermehrung. Der Borkenkäfer hat sich in den vergangenen Wochen frisch in gesunde Bäume eingebohrt. Das Forstamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis fordert daher alle Waldbesitzer dringend auf, ihre Fichtenbestände regelmäßig, mindestens vierzehntägig, auf Käferbefall zu kontrollieren, befallene Bäume rasch einzuschlagen sowie das Reisig in geeigneter Weise zu beseitigen.

„Nur eine wirksame Bekämpfung verhindert einen größeren Käferholzanfall in den nächsten Wochen und Monaten“, erklärt Forstamtsleiter Karlheinz Mechler.

Erkennbar ist ein frischer Befall an kaffeepulverähnlichem Bohrmehl am Stammfuß scheinbar gesunder Bäume. Wenn gewartet wird, bis die Rinde herunterfällt oder die Krone rot oder braun wird, ist es meist schon zu spät, und die Borkenkäfer sind bereits ausgeflogen. Altes, dürres Holz muss aus Forstschutzgründen nicht entfernt werden, denn die Borkenkäfer besiedeln nur lebendige Bäume. „Waldbesitzer können sich in Zweifelsfällen vom zuständigen Förster beraten lassen“, sagt Mechler.

Vermarktung von Borkenkäferholz

Der Holzmarkt ist mit Fichtenholz überfüllt, daher liegen die Preise für frisches Käferholz um oder unter dem Brennholzniveau. Ein Absatz kann derzeit aufgrund der Coronakrise nicht garantiert werden. Abgestandenes, dürres Käferholz ist faktisch unverkäuflich. Daher empfiehlt sich laut Forstamt, Borkenkäferholz selbst als Brenn- oder Bauholz zu verwerten oder zu hacken. Wenn dies nicht möglich ist, können stärkere Fichten zu Fixlängen aufgearbeitet und verkauft werden.

Die Fichtenstämme sollten mit einer Länge von fünf Metern plus 15 Zentimeter Zugabe ausgehalten werden. Hierbei sollte der Zopfdurchmesser am dünnen Ende mindestens 20 Zentimeter mit Rinde betragen. Das Holz muss gesundgeschnitten werden und darf nicht rissig sein. Der Mittendurchmesser sollte an einer Seite angeschrieben werden. Waldbesitzer sollten die Verkaufsmöglichkeit und den Lagerplatz vor der Aufarbeitung mit ihrem zuständigen Förster absprechen.

Fördermöglichkeiten 

Um Waldbesitzer in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, bietet das Land Baden-Württemberg verschiedene Fördermöglichkeiten an. Die Aufarbeitung und Beseitigung von befallenem Holz wird auf verschiedene Weise gefördert. Waldbesitzer können Beihilfen zur Aufarbeitung, zur Entrindung, zur fortschutzgerechten Lagerung und zum Hacken von befallenem Holz erhalten. Ebenso wird das Neuanpflanzen der Schadflächen gefördert. Betroffene Waldbesitzer können sich bei ihrem Förster beraten lassen. Direkte Anfragen zu den Fördermöglichkeiten können auch an das Forstamt, Thomas Eckard, Telefon 09341/82-5207, E-Mail: thomas.eckard@main-tauber-kreis.de, gerichtet werden.

Forstamt Main-Tauber

Waldbrandgefahr: Trockenheit erfordert Vorsicht bei Umgang mit Feuer

Aktuelle Waldbrandgefahr - Deutscher Wetterdienst

Aktuelle Waldbrandgefahr – Deutscher Wetterdienst

Durch die hohen Temperaturen und die ausgeprägte Trockenheit der vergangenen Wochen ist die Waldbrandgefahr in den Wäldern stark angestiegen. Um Waldbrände zu vermeiden, sollten Waldbesucher besondere Vorsicht walten lassen, erklärt Karlheinz Mechler, Leiter des Forstamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

Waldbrandgefahr bestehe vor allem in lichtdurchlässigen Kiefernwäldern mit trockenem, leicht entflammbarem Altgrasfilz. Mehr als die Hälfte der Waldbrände entstünden durch Fahrlässigkeit und wären daher vermeidbar. Wegen der hohen Waldbrandgefahr müssen im Wald mehrere Regeln beachtet werden:

  • Vom 1. März bis 31. Oktober gilt im Wald ein grundsätzliches Rauchverbot
  • Feuer machen und Grillen im Wald auf mitgebrachten Grillgeräten ist untersagt
  • Zurzeit sind außerdem die gekennzeichneten Feuerstellen auf Grillplätzen gesperrt

Die aktuelle Waldbrandgefahrenprognose kann im Internet unter → www.dwd.de/waldbrand abgerufen werden.

Main-Tauber-Kreis.de

Landratsamt bietet Obstbaum-Schnittkurse an

Wer im Herbst eine reiche Obsternte einbringen will, muss seine Bäume jetzt im Winter richtig schneiden. Um den Streuobstbesitzern Hilfestellung zu geben, bietet das Landratsamt Main-Tauber-Kreis zahlreiche Schnittkurse an, in denen die Teilnehmer das nötige Fachwissen erwerben.

Die Obstbaumschnittkurse sind als Ganztageskurse ausgelegt. Sie beginnen um 9 Uhr mit einem einstündigen Theorieteil; im Anschluss daran schneidet Kursleiter Harald Lurz einige Bäume zusammen mit den Teilnehmern. Hierbei kann jeder Teilnehmer sein vorher erlerntes Wissen einbringen. Danach werden in Gruppenarbeit weitere Obstbäume geschnitten. Dabei gibt der Schnittkursleiter den einzelnen Gruppen Tipps, wie die Schnittarbeiten optimal umgesetzt werden. Nach einer gemeinsamen Mittagspause folgt bis circa 16 Uhr die Vertiefungsphase, in der weitere Obstbäume geschnitten werden. So ist es jedem Teilnehmer möglich, sein Wissen zu festigen. Denn je mehr Obstbäume man schneidet, umso sicherer wird man.

Folgende Termine stehen zur Auswahl: Mittwoch, 19. Februar, in Löffelstelzen; Freitag, 28. Februar, in Eiersheim; Samstag, 29. Februar, in Berolzheim; Samstag, 7. März, in Weikersheim-Schäftersheim; Samstag, 14. März, in Oberschüpf; Samstag, 21. März, in Boxtal; Samstag, 28. März, in Waldenhausen.

Außerdem findet am Freitag, 6. März, ein Ziersträucherschnittkurs in Unterschüpf statt. Dabei werden in zahlreichen Gärten verschiedenste Ziersträucher, Rosen und Zierbäume geschnitten. Beginn ist um 13.30 Uhr, Ende gegen 17.30 Uhr. Am Freitag, 13. März, wird im Kloster Bronnbach ab 14 Uhr bis 17 Uhr ein Quittenschnittkurs angeboten.

Anmeldungen werden erbeten beim Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis in Bad Mergentheim, Telefon 07931/4827-6307 oder per E-Mail an landwirtschaftsamt@main-tauber-kreis.de. Bei der Anmeldung werden die jeweiligen Treffpunkte bekanntgegeben.

Landratsamt Main-Tauber-Kreis

Forstdirektor Karlheinz Mechler ist neuer Leiter des Kreis-Forstamtes

Forstdirektor Karlheinz Mechler wurde von Landrat Reinhard Frank zum Leiter des Forstamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis berufen. Der 64-Jährige tritt damit die Nachfolge von Dagmar Wulfes an, die zum 1. Januar ans Landratsamt Rems-Murr-Kreis wechselte. Mechler war zuletzt stellvertretender Amtsleiter.

Landrat Reinhard Frank überträgt Forstdirektor Karlheinz Mechler die Leitung des Kreisforstamtes Foto: Main-Tauber-Kreis

Landrat Reinhard Frank überträgt Forstdirektor Karlheinz Mechler die Leitung des Kreisforstamtes
Foto: Main-Tauber-Kreis

Landrat Frank wünschte dem neuen Amtsleiter viel Freude und Erfolg bei seiner wichtigen und herausfordernden Aufgabe. Er bat ihn, die Städte und Gemeinden im Landkreis zum Pflanzen neuer Bäume in ihren kommunalen Wäldern und zu Aufforstungen an geeigneten Stellen zu ermuntern. Damit könne ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Frank bezog sich dabei auf die Initiative „1000 Bäume für 1000 Kommunen“ des Gemeindetags Baden-Württemberg. Ziel ist es, bis Ende 2020 landesweit in tausend Städten und Gemeinden jeweils tausend neue Bäume zu pflanzen. Frank erinnerte auch an die Pflanzaktion im Markelsheimer Wald, die am Tag der Deutschen Einheit 2019 auf Einladung der BAGeno, der Stadt Bad Mergentheim und des Landkreises stattfand. Karlheinz Mechler ergänzte, dass sich auch die Gemeinde Ahorn bereits an der Initiative des Gemeindetags beteiligt habe. In Igersheim sei die Pflanzung eines „Bürgerwäldles“ geplant. Er werde gerne weitere fachliche Impulse hierzu setzen.

Karlheinz Mechler übernimmt das Forstamt in einer Phase des Umbruchs. Zu den ersten Herausforderungen gehört die Arbeit in stark veränderten Strukturen. Zum 1. Januar wurde in Baden-Württemberg die Betreuung des Staatswaldes aus den bisherigen Einheitsforstämtern bei den Landkreisverwaltungen ausgegliedert. Der Staatswald im Main-Tauber-Kreis wird nun von der Landesanstalt ForstBW mit ihren Betriebsteilen „Tauberfranken“ in Waldenburg (Hohenlohekreis, für das südliche Kreisgebiet) und „Odenwald“ in Schwarzach (Neckar-Odenwald-Kreis, für das nördliche Kreisgebiet) betreut. 22 Mitarbeiter des Landkreises wechselten zu Jahresbeginn zu ForstBW, konkret vier Revierleiter, alle zwölf Forstwirte, die bisher im Staatswald tätig waren, sowie alle sechs Auszubildende zum Forstwirt.

Der Großteil des bisherigen Personals ist jedoch beim Forstamt des Landratsamtes verblieben. Es zeichnet weiterhin für die Betreuung der Gemeinde- und der Privatwälder mit Beratung der Eigentümer sowie für die hoheitlichen Aufgaben der unteren Forstbehörde verantwortlich. Mit den 18 Städten und Gemeinden im Landkreis wurden entsprechende Beförsterungsverträge geschlossen. Neue spezielle Schwerpunkte werden bei Strukturverbesserungen in der Privatwaldbetreuung und bei der Waldpädagogik gesetzt. Letztere Aufgabe wurde Förster Hans-Peter Scheifele übertragen. Der Revierdienst wird nun in 17 statt bisher 21 Forstrevieren im Kreis wahrgenommen. Die Vermarktung des gesamten Holzes erledigt jetzt die Holzverkaufsstelle im Landratsamt. Sie war bisher nur für das Nadelstammholz zuständig.

Karlheinz Mechler hat nach dem Abitur in Eberbach und dem Grundwehrdienst zunächst Forstwissenschaft an der Universität Freiburg studiert. Nach dem Referendariat und der großen forstlichen Staatprüfung trat er 1984 in die Landesforstverwaltung ein. Er war in seiner Laufbahn stellvertretender Leiter des Forstamtes Altensteig, Referent bei der Forstdirektion Karlsruhe, Leiter des Forstamtes Pforzheim und ab Oktober 1998 Leiter des staatlichen Forstamtes Lauda-Königshofen. Anfang 2005 wechselte er infolge der Verwaltungsstrukturreform in Baden-Württemberg zum Landratsamt Main-Tauber-Kreis, wo er seither stellvertretender Forstamtsleiter war.

Forstamt Main-Tauber

Betreuung der Privatwälder durch das Forstamt ändert sich

Ab Januar 2020 gibt es Änderungen bei der Privatwaldbetreuung.<br/>Foto: Forstamt Main-Tauber

Ab Januar 2020 gibt es Änderungen bei der Privatwaldbetreuung.
Foto: Forstamt Main-Tauber

Die Privatwaldverordnung muss aufgrund beihilfe- und kartellrechtlicher Vorgaben angepasst werden. Dies führt zu Änderungen bei der Inanspruchnahme der Leistungen des Forstamts ab dem 1. Januar 2020.

Das Forstamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis möchte den Übergang auf das neue Verfahren erleichtern. Daher versendet das Forstamt an Waldbesitzer, die in der letzten Zeit Betreuungsleistungen in Anspruch genommen haben, die notwendigen Formulare für die künftige Betreuung. Das Forstamt bittet um Prüfung und Rücksendung der unterschriebenen Formulare, falls im nächsten Jahr Dienstleistungen wie Holzauszeichnen oder Holzaufnahme abgerufen werden sollten.

Die Beratung der Waldbesitzer in allen forstlichen Fragestellungen wie zum Beispiel bei Fragen zur Kulturbegründung, zur Waldpflege oder zum Holzeinschlag bleibt wie bisher kostenfrei.

Die kostenpflichtige Betreuung der Waldbesitzer muss an die neuen gesetzlichen Vorgaben angepasst werden. Die Betreuung umfasst insbesondere das Holzauszeichnen, die Organisation von Unternehmern im Wald und die Holzaufnahme. Bisher wurden diese Dienstleistungen auf der Basis von Kubikmetern abgerechnet. Ab dem neuen Jahr werden die Gebühren für diese Leistungen auf Stundenbasis ermittelt. Für diese Tätigkeiten der Försterin oder des Försters kann eine Förderung beantragt werden. Die Antragstellung muss vor Beginn der Arbeiten erfolgen.

Der Holzverkauf wird wie bisher über die Holzverkaufsstelle des Main-Tauber-Kreises abgewickelt und nach verkauften Kubikmetern abgerechnet.

Waldbesitzer, die keine Formulare zugesendet bekommen haben, können diese per E-Mail an forstamt@main-tauber-kreis.de anfordern. Für weitere Fragen stehen die zuständige Försterin, der zuständige Förster oder das Forstamt unter der Telefonnummer 09341/82-5220 zur Verfügung.

Forstamt Main-Tauber

Dem Wertheimer Wald geht es vergleichsweise gut

Dank Baumvielfalt geringere Schäden als andernorts

Wertheim gilt als waldreiche Stadt: 36 Prozent der Gemarkung sind mit Wald bewachsen. Foto: Stadt Wertheim

Wertheim gilt als waldreiche Stadt: 36 Prozent der Gemarkung sind mit Wald bewachsen. Foto: Stadt Wertheim

Dem Wertheimer Wald geht es vergleichsweise gut. Das ist das Fazit des Waldzustandsberichts, den Forstfachleute in der jüngsten Gemeinderatssitzung abgaben. Zwar haben heiße Sommer und lang anhaltende Trockenheit auch in den Wäldern Wertheims ihre Spuren hinterlassen. Die Schäden sind aber deutlich weniger ausgeprägt als im restlichen Landkreis.

Den Bericht zur Lage des Waldes gab Oberforstrat Lothar Achstetter ab, er wurde ergänzt durch die beiden Revierleiter Frank Teike und Martin Rösler. Zunächst machte Achstetter deutlich, dass Wertheim mit einem Anteil von 36 Prozent eine waldreiche Stadt ist. Mit diesem Wert liege man deutlich über dem Landkreisdurchschnitt (29,5 Prozent). Als wichtigen Faktor für die vergleichsweise gute Verfassung des Wertheimer Stadtwaldes nannte Lothar Achstetter den Artenreichtum im Baumbestand. Insgesamt gebe es 40 Baumarten, davon 28 Laub- und zwölf Nadelbaumarten.

Eine Stärke des Wertheimer Waldes ist seine Vielfalt an Baumarten. Das macht ihn weniger anfällig für Dürreschäden. Foto: Stadt Wertheim

Eine Stärke des Wertheimer Waldes ist seine Vielfalt an Baumarten. Das macht ihn weniger anfällig für Dürreschäden. Foto: Stadt Wertheim

Der Anteil der klimaempfindlichen Fichte sei in den vergangenen 40 Jahren von 16 auf fünf Prozent gesunken. Grund sei die nach Stürmen wie „Wiebke“ und „Lothar“ aufgetretene Borkenkäferplage. Aber auch zu Zeiten guter Preise habe man durch Holzeinschlag den Fichtenanteil bewusst reduziert. Als erfreulich bezeichnete Achstetter den hohen Anteil an klimastabilen Arten wie Waldkiefer, Schwarzkiefer, Eiche, Roteiche, Hainbuche und Elsbeere. Auch die Douglasie habe deutlich an Fläche gewonnen und liege derzeit bei zehn Prozent.

Der Holzvorrat im Stadtwald beträgt mehr als eine halbe Million Kubikmeter. Jährlich wachsen rund 10.800 Festmeter nach. Der jährliche Einschlag ist niedriger als der Zuwachs, man baut also Holzvorräte auf. Auf 51,3 Hektar Wald findet keine Nutzung statt, hier bleibt der Wald komplett der Natur überlassen.

Im Stadtwald werden weniger Bäume gefällt als gepflanzt und aufgezüchtet - der Wald wächst. Foto: Stadt Wertheim

Im Stadtwald werden weniger Bäume gefällt als gepflanzt und aufgezüchtet – der Wald wächst. Foto: Stadt Wertheim

Achstetter ging ausführlich auf die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels auf das Ökosystem Wald ein. Die beiden aufeinander folgenden Trockenjahre 2018 und 2019 hätten zwar auch in Wertheim merkliche Dürreschäden hinterlassen, „aber auf deutlich geringerem Niveau als andernorts“. Achstetter nannte dazu Zahlen: Dieses Jahr mussten im Wertheimer Stadtwald 730 Festmeter wegen Trockenheit gefällt werden, im ganzen Landkreis waren es 19.100 Festmeter. Wegen Käferbefall wurden 2019 im Wertheimer Stadtwald 190 Festmeter Holz gefällt, nur 30 mehr als im Vorjahr, Im gesamten Landkreis betraf der Käferbefall dieses Jahr 19.700 Festmeter, 5.700 Festmeter mehr als 2018.

Die positiven Zahlen für den Wertheimer Stadtwald führte Revierleiter Frank Teicke vor allem darauf zurück, dass die Stadt Wertheim drei eigene Waldarbeiter beschäftige und man deshalb schnell auf Schäden reagieren kann. Man brauche ausreichend Forstpersonal und ortskundige Waldarbeiter, um die Baumbestände intensiv zu überwachen. „Gold wert“ fand Teicke als weitere Wertheimer Besonderheit das Holzhackschnitzelheizwerk am Beruflichen Schulzentrum in Bestenheid. Dank der Verfeuerungsmöglichkeit könne man den Anteil an Totholz in Wertheim gering halten.

Die abschließenden Empfehlungen von Oberforstrat Achstetter lauteten: die Waldfläche vergrößern, den Bestand erhalten und pflegen, weitere Blockheizkraftwerke errichten und bei städtischen Bauvorhaben verstärkt auf den Baustoff Holz setzen.

„Wir machen in Wertheim schon sehr viel richtig“, fasste Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez die gewonnenen Erkenntnisse zusammen. In mancherlei Hinsicht habe die hier praktizierte Waldbewirtschaftung Vorbildcharakter. Dazu zähle auch, dass Wertheim sich eigene Fachleute leiste, „bei denen unser Wald offensichtlich in guten Händen ist.“ Der OB schlug vor, dem Gemeinderat künftig in regelmäßigen Abständen einen Waldzustandsbericht vorzulegen, auf Anregung von Achstetter eventuell ergänzt um eine Waldbegehung.

wertheim.de

Informationen zur Brennholzvergabe 2019/2020

Auch dieses Jahr gibt es genügend Brennholz in Form von Poltern und Flächenlosen:

Polterholz

Schlanke Stämme (Buche, Eiche, Ahorn, Esche) können einfach am Weg kleingesägt werden oder per LKW nach Hause transportiert werden:
Buche < 10 Fm – 59,- €/Fm Buche > 10 Fm – 57,- €/Fm
Eiche, Esche, Ahorn < 10 Fm – 56,- €/Fm Eiche, Esche, Ahorn > 10 Fm – 54,- €/Fm
Nadelholz – 25,- €/Fm

Wo gibt es Polterholz?

Bettingen – Buche
Kembach Heide – Buche, Eiche, Esche, Ahorn
Höhefeld Strüth – Eiche, Esche, Hainbuche

Bestellungen bitte bis Ende Oktober bei Revierleiter Martin Rösler. Wünsche nach bestimmten Baumarten können geäußert aber deren Erfüllung nicht garantiert werden.

Flächenlose

Ab dieser Saison gibt es aus Gründen der Arbeitssicherheit (viele dürre Eschen und Buchen) keine stehenden Flächenlose mehr. Kronenlose aus Durchforstungen gibt es aber in ausreichender Anzahl. Ebenso wird es keine Versteigerungen mehr geben. Interessenten für ein Flächenlos müssen sich ab sofort bei Revierleiter Martin Rösler anmelden. Da auch die Anzahl der Flächenlose endlich ist, können späte Anfragen eventuell nicht mehr berücksichtigt werden.

Wo gibt es sicher Flächenlose?

Bettingen – Buche, ca. 6-8 Lose
Kembach Heide und Haart – Eiche, Esche, Ahorn, Buche, genügend Lose
Höhefeld Strüth – Eiche, ca. 4-5 Lose

Bestellungen von Polterholz und Flächenlosen können per Email (martin.roesler@main-tauber-kreis.de) oder per Telefon (0175/2230283, Mo-Fr 7:00 – 17:00 Uhr) abgegeben werden. Die Abgabe der Lose erfolgt nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Behandlung von Dürre- und Käferschäden im Privatwald

In Folge des außergewöhnlich trockenen Jahres 2018 sind in den Wäldern des Main-Tauber-Kreises in örtlich unterschiedlichem Ausmaß Bäume vertrocknet oder stark geschwächt worden. Besondere Schadensschwerpunkte liegen im südlichen Kreisgebiet zwischen Tauber und Jagst.

Deutlich zu erkennen das braune Bohrmehl am Wurzelanlauf einer Fichte-ein sicherer Hinweis auf den frischerfolgten Borkenkäferbefall.<br/>Foto: Forstamt Main-Tauber

Deutlich zu erkennen das braune Bohrmehl am Wurzelanlauf einer Fichte-ein sicherer Hinweis auf den frischerfolgten Borkenkäferbefall.
Foto: Forstamt Main-Tauber

Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass abgestorbene Bäume zusammenbrechen oder umstürzen können. Im Abstand von rund 30 Metern von Straßen und Wegen müssen tote Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden.

Das Fällen von abgestorbenen Nadelbäumen ist noch ohne Gefährdung möglich, solange das Holz nicht morsch ist beziehungsweise die Bäume noch nicht lange abgestorben sind.

Besonders gefährlich ist der Einschlag von abgestorbenen oder absterbenden Buchen. Das Holz der Buche zersetzt sich derart rasch, dass beim Einschlag starke Äste oder Kronenteile herunterfallen können. Das Fällen solcher Bäume ist lebensgefährlich und sollte Spezialisten überlassen werden.

Das Forstamt empfiehlt im Herbst alle Buchen einzuschlagen, deren Kronen von oben mehrere Meter weit abgestorben sind. Diese Bäume müssen im September markiert werden; im Winter sind sie ohne Laub kaum von vitalen Bäumen zu unterscheiden.

Durch das Trockenjahr 2018 stark geschädigte Laub- und Nadelbäume bei Rengershausen.<br/>Foto: Forstamt Main-Tauber

Durch das Trockenjahr 2018 stark geschädigte Laub- und Nadelbäume bei Rengershausen.
Foto: Forstamt Main-Tauber

Das Forstamt wird in der zweiten Septemberhälfte Informationsveranstaltungen für betroffene Privatwaldbesitzer in Hachtel und in Assamstadt anbieten. Ort und Termin werden noch bekanntgegeben.

Die Aufbereitung von Holz abgestorbener Bäume zum Verkauf ist nur dann sinnvoll, wenn es noch frisch ist. Holz von Bäumen, die schon länger tot sind, kann nicht mehr verkauft werden. Das Holz sollte in diesem Fall als Brennholz für den Eigenbedarf aufgearbeitet werden oder liegen bleiben.

Die Waldbesitzer werden aufgefordert stehende Fichten, die noch eine grüne Krone aufweisen, auf Borkenkäferbefall zu untersuchen. Der Käferbefall ist durch braunes Bohrmehl am Stammfuss oder an Rindenschuppen zurzeit leicht erkennbar. Käferbefallene Bäume müssen rasch eingeschlagen werden, bevor sich die Brut entwickelt hat und weitere Bäume befallen kann.

Käferbäume sollten bis spätestens Mitte September eingeschlagen werden. Das Holz sollte nicht in der Nähe von Fichtenbeständen gelagert werden. Frisches Käferholz ist noch verkäuflich.

Forstamt Main-Tauber

Aktuelle Holzmarktlage

Stand: Juli 2019

Bedingt durch die aktuelle Waldschutzsituation (siehe anderen Artikel) sieht es momentan extrem schlecht aus auf dem Holzmarkt:

Fichte
– Durch letztjährige Trockenheit, aktuell hohe Temperaturen, verschiedene lokale Sturmereignisse und Schneebrüche vermehrt sich der Borkenkäfer rasant, überall kommt es zu großen Käferholzmengen. Die Säger sind voll, Fuhrkapazitäten erschöpft, Holz wird nur schleppend abgefahren.
– Die Preise für Käferholz liegen bei 15-30 €/Fm! Frischholz wird noch etwas besser bezahlt, aber nur schleppend abgefahren.
– Palettenholz und Industrieholz wird kaum noch übernommen, auch hier sind die Säger voll. Selbstwerber wie die Firma Sax, die bei uns immer die Harvesterhiebe durchgeführt hat, zahlt 1,- €/Fm „Anerkennungsbetrag“!

Douglasie
– Absatzmöglichkeiten sind (noch) gegeben, allerdings vorwiegend als Kurzholz
– Trockenschäden an Douglasie sind nur schwer vermarktbar
– Bei Paletten- und Industrieholz gilt dasselbe wie bei der Fichte

Kiefer/Schwarzkiefer
– Absolut nicht verkaufbar, weder frische noch trockene Kiefer! Als Brennholz aufarbeiten oder auf bessere Zeiten warten!

Buche
– Absterbende oder dürre Buche ist nur noch schwer als Stammholz vermarktbar, zu trockenes Holz geht auch als Industrieholz nicht.
– Frische Buche ist nachgefragt, wobei z. B. die Firma Pollmeier, die letztes Jahr viel Buche bei uns gekauft hat, ihren attraktiven Frühlieferbonus nur noch bis Mitte September (letztes Jahr Mitte Oktober) zahlt
– Fazit: Im Zweifel bitte mit Revierleiter Martin Rösler Kontakt aufnehmen, ob ein Verkauf Sinn macht!

Eiche
– Nach wie vor starke Nachfrage mit zu erwartenden guten Preisen. Wie immer würde alles Eichenholz auf die Submission gehen. Interessenten mögen sich bitte auch hier mit Martin Rösler in Verbindung setzen

Selbstwerbung mit dem Harvester
– Die Firma Sax arbeitet nur Douglasien- und Laubholzhiebe auf
– KEINE Kiefernhiebe!
– Bei Douglasie arbeitet er nur PZ-Abschnitte auf. Paletten- und Industrieholzabschnitte werden als schadhaftes Holz „mitgenommen“, hierfür gibt es noch 1,- €/Fm.
– Sonstige Preise stehen noch nicht fest
– FAZIT: Kein Harvestereinschlag 2019 im Privatwald

Martin Rösler, Revierleiter