Wertholzsubmission Taubertal: Erlöse im Durchschnitt um 30 Prozent gestiegen

Die Stämme werden in Reihe und Glied auf dem Submissionsplatz Roggenberg in Bad Mergentheim präsentiert: Die Taubertal-Submission hat vor kurzem stattgefunden. Foto: Forstamt Main-Tauber

Die Stämme werden in Reihe und Glied auf dem Submissionsplatz Roggenberg in Bad Mergentheim präsentiert: Die Taubertal-Submission hat vor kurzem stattgefunden. Foto: Forstamt Main-Tauber

Die „Wertholzsubmission Taubertal“ fand vor kurzem statt. Der Leiter der Holzverkaufsstelle beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Uwe Renk, zog nach Abschluss der Gebotseröffnung eine positive Bilanz.

Auf vier zentralen Wertholzplätzen in Wertheim, Nassig, Wittighausen und Bad Mergentheim wurden 1355 Verkaufslose mit insgesamt 2230 Festmetern Holz aus dem Kommunal- und Kleinprivatwald angeboten. Nur wenige Lose wurden nicht beboten. Die Eiche bildete mit 1990 Festmetern wieder den größten Anteil. Nadelholz war mit 130 und sonstiges Laubholz mit 110 Festmetern beteiligt.

Über alle Baumarten hinweg konnte ein um 30 Prozent höherer Durchschnittserlös von 600 Euro pro Festmeter gegenüber dem vergangenen Jahr erzielt werden. Eine Eiche ging mit einem Spitzengebot von 2791 Euro pro Festmeter an einen Furnierhersteller über den Tisch. Der teuerste Stamm wechselte gegen 6560 Euro den Besitzer.

Die Gebote beim sonstigen Laubholz bewegten sich auf dem Niveau des Jahres 2021. Die Erlöse beim Nadelholz zogen um mehr als 50 Prozent an. Es standen mehr als vier Mal so viele Douglasien wie im vergangenen Jahr zur Verfügung. Diese Baumart wurde von den Kundinnen und Kunden auch verstärkt nachgefragt.

Positiv überrascht war man bei der Holzverkaufsstelle über die wiederum hohe Nachfrage bei der Submission. Von insgesamt 44 Kundinnen und Kunden gingen Gebote ein. Neben Sägewerksbetrieben, die Produkte für Möbel und Parkett herstellen, waren der Handel, das Handwerk und auch die Fass- und Furnierindustrie gut vertreten. „Dass die Taubertal-Submission weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist, zeigt der erstaunliche Bieterkreis aus dem Ausland. Es traten mehrere Kundinnen und Kunden aus Frankreich sowie Geschäftspartner aus Italien und Österreich auf“, sagte Uwe Renk.

Forstamt Main-Tauber

Beratungsstelle für Obst, Garten und Landschaft bietet Schnittkurse an – am 21.03.2022 in Dertingen

Die Beratungsstelle für Obst, Garten und Landschaft des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis bietet in den nächsten Wochen Schnittkurse für Obstbäume und Ziersträucher für interessierte Bürgerinnen und Bürger im Main-Tauber-Kreis an.

Wer kleine Kinder hat, weiß, dass diese sehr viel Aufmerksamkeit benötigen. Im übertragenen Sinn gilt das auch für junge Obstbäume. Wenn sie vom ersten bis zum zehnten Standjahr jedes Jahr geschnitten werden, bauen sie ein ordentliches Holzgerüst auf und tragen reiche Frucht. Wenn sie jedoch vernachlässigt werden, dann müssen im Alter unter Umständen größere, fehlgestellte Äste entfernt werden. Dadurch entstehen dann große Wunden, die schlecht verheilen und Eintrittspforten für Pilze und Bakterien darstellen. Aktuell ist der Schwarze Rindenbrand zu nennen, an dem derzeit sehr viele Obstbäume zugrunde gehen. Wie diese Probleme vermieden werden können, wird neben weiteren Themen in den Schnittkursen vermittelt.

Die Schnittkurse beginnen mit einem theoretischen Teil. Dabei vermittelt Obst- und Gartenbauberater Harald Lurz den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die wichtigsten Grundkenntnisse des Obstbaumschnittes, so dass alle Teilnehmenden auf dem gleichen Wissensstand sind.

Im praktischen Teil werden gemeinsam drei Obstbäume geschnitten. Hierbei wird intensiv diskutiert und erklärt, damit sich die erlernten Inhalte bei den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern einprägen und verfestigen können. Das erlernte Wissen wird dann in Kleingruppen an verschiedenen Obstbäumen unter ständiger Begleitung durch Harald Lurz umgesetzt.

Bei den Schnittkursen werden modernste Schnittwerkzeuge wie zum Beispiel Akku-Hochentaster und Schneidegiraffe eingesetzt, um ein wirtschaftliches und rationelles Arbeiten zu vermitteln. Die Schnittkurse finden ab einer Teilnehmerzahl von 15 Personen statt.

Zu allen Schnittkursen muss jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen Schutzhelm sowie Scheren und Sägen, soweit vorhanden, mitbringen.

In Wittighausen wird am Samstag, 12. Februar, um 9 Uhr ein Schnittkurs angeboten. Treffpunkt ist die Obstwiese zwischen Wittighausen und Poppenhausen auf der rechten Seite von Wittighausen kommend.

Ein weiterer Schnittkurs findet am Samstag, 19. Februar, um 9 Uhr in Weikersheim statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen sich am Gemeinschaftsgarten „ZAMwachsen“ hinter der Förderschule.

Ein Quittenschnittkurs im Quittenlehrpfad wird am Freitag, 4. März, um 13 Uhr im Kloster Bronnbach abgehalten.

In Freudenberg wird am Samstag, 5. März, um 9 Uhr ein Schnittkurs veranstaltet. Der Treffpunkt ist am Bahnhof Freudenberg-Kirschfurt.

Zudem wird am Samstag, 12. März, um 9 Uhr ein Schnittkurs in Külsheim ausgerichtet. Die Teilnehmenden treffen sich bei der Obstwiese des NABU.

In Edelfingen ist ein Schnittkurs am Samstag, 19. März, um 9 Uhr vorgesehen. Treffpunkt ist am Radweg Richtung Unterbalbach auf der rechten Seite.

Ein Ziersträucherschnittkurs am Rathaus wird am Montag, 21. März, um 13 Uhr in Dertingen angeboten.

In Althausen findet ein Kurs am Samstag, 26. März, um 9 Uhr statt. Die Teilnehmenden treffen sich an der Turn- und Festhalle.

Zu den Schnittkursen ist eine Anmeldung erforderlich. Diese wird entweder per E-Mail an lwa-veranstaltung@main-tauber-kreis.de oder unter der Telefonnummer 07931/4827-6307 unter Angabe von Datum und Ort des gewünschten Schnittkurses beim Landwirtschaftsamt entgegengenommen.

Landratsamt Main-Tauber

Digitale Hilfe bei Notfällen im Wald – Ergänzung zum Rettungspunkte-System

Als Ergänzung zu den im Sommer 2020 installierten Rettungspunkten im Wald gibt es eine Handy-App. Foto: Stadt Wertheim

Als Ergänzung zu den im Sommer 2020 installierten Rettungspunkten im Wald gibt es eine Handy-App. Foto: Stadt Wertheim

Als erste Kommune im Landkreis hat die Stadt Wertheim vor eineinhalb Jahren 28 sogenannte Rettungspunkte im Wald aufgestellt. Das sind besonders gekennzeichnete Schilder mit Angaben, die Notarzt und Rettungswagen schnell und zielsicher zu Verunglückten oder Verletzten führen. Nun gibt es als sinnvolle Ergänzung des Systems eine kostenlose App.

Die App läuft auf jedem Smartphone, wie Matthias Kunze vom Eigenbetrieb Wald informiert. Sie heißt „Hilfe im Wald“ und kann für die Betriebssysteme Android, IOS und Windows kostenlos in den entsprechenden App-Stores heruntergeladen werden.

Mit Hilfe der App können Nutzerinnen und Nutzer im Wald schnell sehen, welcher Rettungspunkt sich in ihrer Nähe befindet und wie sie dorthin gelangen können. Das Programm zeigt den Rettungspunkt auf einer Karte ebenso an wie den eigenen Standort, der über das vom Mobilfunknetz unabhängige Navigationssystem GPS ermittelt wird. „Wer die Möglichkeit nutzt, das benötigte Kartenmaterial bereits zu Hause herunterzuladen, ist von einer Handy-Verbindung unabhängig“, erläutert Kunze. Für das eventuell notwendige Absetzen eines Notrufes ist in der App die Nummer „112“ bereits voreingestellt.

Rettungspunkte in Dertingen

Rettungspunkt bei der Montage. Foto: Stadt Wertheim

Rettungspunkt bei der Montage. Foto: Stadt Wertheim

In und um Dertingen sind für das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen folgende Rettungspunkte definiert.

Diese Rettungspunkte sind bei den Rettungsleitstellen in Würzburg (Landkreis Würzburg) und Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) hinterlegt und können so im Notfall schnell aufgefunden werden, wenn ein Verunglückter sich auf diesen Rettungspunkt beziehen kann.

Die Rettungspunkte befinden sich hier:

Rettungspunkte in Dertingen

Rettungspunkte in und um Dertingen

→ Karte der Rettungspunkte als PDF laden

Auf die heimische Eiche ist immer noch Verlass – Submission

Landrat Reinhard Frank (links) verschaffte sich zusammen mit Uwe Renk von der Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis einen Eindruck vom diesjährigen Holzverkauf. Die Stämme liegen in Reihe und Glied auf dem Submissionsplatz auf dem Roggenberg in Bad Mergentheim. Foto: Forstamt Main-Tauber

Landrat Reinhard Frank (links) verschaffte sich zusammen mit Uwe Renk von der Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis einen Eindruck vom diesjährigen Holzverkauf. Die Stämme liegen in Reihe und Glied auf dem Submissionsplatz auf dem Roggenberg in Bad Mergentheim.
Foto: Forstamt Main-Tauber

Die „Wertholzsubmission Taubertal“ fand in diesem Jahr am Mittwoch, 24. Februar, statt. Landrat Reinhard Frank und Uwe Renk von der Holzverkaufsstelle zogen nun bei einer Begutachtung des Wertholzplatzes „Roggenberg“ eine positive Bilanz. Eine nachhaltige, generationenübergreifende Waldwirtschaft zahlt sich auch dieses Jahr wieder für die Waldbesitzer aus.

Insgesamt wurden bei der Submission auf vier Lagerplätzen 1055 Verkaufslose mit insgesamt 1970 Festmetern Holz (Fm) aus dem Kommunal- und Kleinprivatwald angeboten. Die Eiche bildete mit 1886 Fm den Löwenanteil. Sonstiges Laubholz und Nadelholz waren mit je 42 Fm beteiligt.

Über alle Baumarten hinweg konnte ein Durchschnittserlös von 461 Euro/Fm erzielt werden. Eine Eiche ging mit einem Spitzengebot von 1569 Euro/Fm an einen Furnierhersteller über den Tisch. Der teuerste Stamm wechselte mit 4940 Euro den Besitzer.

„Auf die Eiche ist eben noch immer Verlass. Ich freue mich, dass das Holz aus unseren Wäldern international sowohl im Möbelbau als auch als wertige Fasseiche eine große Nachfrage hat“, sagte Landrat Reinhard Frank. Die Gebote beim Laubholz bewegten sich auf dem letztjährigen Niveau. Die Erlöse beim Nadelholz waren leicht rückläufig. Dieser Umstand war aber vor allem dem geringeren Angebot geschuldet, welches nur noch die Hälfte des Vorjahres ausmachte.

Positiv überrascht war man bei der Holzverkaufsstelle über die gestiegene Nachfrage an der Submission. Von insgesamt 48 Kunden gingen Gebote ein. Neben Sägewerksbetrieben, die Waren für Möbel und Parkett herstellen, waren der Handel, das Handwerk und auch die Fass- und Furnierindustrie gut vertreten. Dass die Taubertal-Submission weit über ihre Grenzen hinaus bekannt ist, zeigt der erstaunliche Bieterkreis aus dem Ausland. Es traten mehrere Kunden aus Frankreich sowie Geschäftspartner aus Italien, Österreich, Dänemark und der Niederlande auf, denn es gab nicht nur „Masse, sondern vor allem Klasse“, berichtet Uwe Renk von der Holzverkaufsstelle.

Forstamt Main-Tauber

Die Borkenkäfer stehen in den Startlöchern – Privatwaldbesitzer müssen tätig werden

Fichte mit Borkenkäferbefall im Winter: Zu erkennen an den abplatzenden Rindenstücken im oberen Stammbereich.<br/>Foto: Forstamt Main-Tauber

Fichte mit Borkenkäferbefall im Winter: Zu erkennen an den abplatzenden Rindenstücken im oberen Stammbereich.
Foto: Forstamt Main-Tauber

Die Wälder leiden unter den Folgen der heißen und trockenen Jahre 2018 bis 2020. Viele Bäume sind vertrocknet oder wurden von Schädlingen befallen. Das Forstamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis weist alle Privatwaldbesitzer darauf hin, befallene Bäume rasch aufzuarbeiten und aus dem Wald zu verbringen. Besonders betroffen sind Fichten, weil sie aufgrund des Wassermangels geschwächt sind und die Fichtenborkenkäfer gute Entwicklungsbedingungen vorgefunden haben.

„Die Bäume sind geschwächt und können einem Borkenkäferbefall nur wenig Widerstand entgegensetzen. Die Borkenkäfer haben in den letzten Jahren die Gelegenheit zur Entwicklung genutzt und konnten sich massenhaft vermehren“, informiert Karlheinz Mechler, Leiter des Forstamts. „Die einzige erfolgversprechende Maßnahme ist, befallene Bäume frühzeitig zu erkennen und aufzuarbeiten. Ein wichtiger Zeitpunkt ist jetzt gekommen, weil viele Käfer voll entwickelt unter der Rinde überwintert haben und nur auf sommerliche Temperaturen warten, um dann auszufliegen und andere Bäume zu befallen. Zurzeit erkennt man befallene Fichten daran, dass Rindenstücke in den oberen Stammteilen abplatzen; die Baumkronen aber noch grün sind“, sagt Karl-Heinz Mechler.

Waldbesitzer sind nach den Bestimmungen des Landeswaldgesetzes und des Pflanzenschutzgesetzes verpflichtet, zu Abwehr von Waldschäden ihre Waldbestände zu kontrollieren, alle vom Borkenkäfer befallene Bäume einzuschlagen und das befallene Kronenmaterial zu beseitigen.

Wichtig ist die Kontrolle auf Käferbefall im Spätwinter, um überwinternde Käfer abschöpfen zu können: Merkmale sind abplatzende Rindenstücke im oberen Stammbereich, während die Baumkrone noch grün ist. Weiterhin wichtig ist die Kontrolle nach dem Frühjahrsflug ab Mitte Juni, wenn die Brut sich unter der Rinde entwickelt. Merkmale hierzu sind Bohrmehl in den Rindenschuppen am Stammfuß und auf Blättern der Begleitvegetation und abgeworfene grüne Nadeln am Boden.

Das Holz, das über die Holzverkaufsstelle vermarktet werden soll, muss in Stammteile mit 5,15 Meter Länge und einem Mindestdurchmesser am dünneren Ende von 16 Zentimeter mit Rinde aufgearbeitet und auf einen zentralen Platz gelagert werden. Der Förster kann auch Dienstleister für den Holzeinschlag vermitteln.

Das Land fördert verschiedene Maßnahmen des integrierten Waldschutzes, um die Waldbesitzer zur Abwendung und bei der Bewältigung der Käfergefahr zu unterstützen wie beispielsweise das Zerhacken befallener Baumkronen und Resthölzer und das Umlagern von aufgearbeitetem Käferholz in weniger befallsgefährdeten Waldteilen. Zusätzlich wird eine Aufarbeitungsbeihilfe gewährt. Außerdem wird die Wiederaufforstung nach Käferschäden gefördert. Auskünfte hierzu erteilt Thomas Eckard vom Forstamt im Main-Tauber-Kreis unter der Telefonnummer 09341/82-5207.

Forstamt Main-Tauber

Serie über bemerkenswerte Bäume in den Wäldern des Main-Tauber-Kreises

Serie Bemerkenswerte Bäume

Neu:

In den Wäldern des Main-Tauber-Kreises stehen viele bemerkenswerte Bäume. Einige sind bekannt und amtlich als Naturdenkmale erfasst, manche haben sogar einen Namen, viele andere stehen unscheinbar und namenlos in den Wäldern. „Man muss nur darauf achten, den Blick fokussieren und auch einmal näher an einen Baum herantreten und schon erhält man eine neue Perspektive auf den Wald“, sagt Karlheinz Mechler, Leiter des Forstamtes beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

Das Forstamt wird in den nächsten Monaten immer wieder einzelne bemerkenswerte Bäume im Wald vorstellen und beschreiben, wo diese zu finden sind. „Die Auswahl ist natürlich subjektiv. Allein ein Spaziergang in einem einzelnen Waldgebiet ergäbe Material für viele Teile dieser Serie“, sagt Karlheinz Mechler. Er empfiehlt, sich anregen zu lassen, auf eigene Faust bemerkenswerte Bäume im Wald zu entdecken und den Wald aus einer ganz anderen Sichtweise zu erleben.

Wer noch kulturhistorische Beschreibungen zu den einzelnen Baumarten lesen möchte, der werde in den Büchern „Der Wald Immergrün“ und „Linde und Hag“ des heimischen Autors Carlheinz Gräter fündig“.

Alte Bäume üben eine große Faszination aus. Irgendwann werden auch die beschriebenen alten Bäume vergehen: Sturm, Trockenheit oder Blitzeinschlag können das Ende herbeiführen. Die Natur sorgt, vor und die neue Generation steht schon in den Startlöchern. „Wir wollen deshalb den Kreislauf der Natur auch vom anderen Ende beleuchten und ergänzend zu den alten Bäumen auch den jungen Wald auf Bildern vorstellen“, blickt Karlheinz Mechler voraus.

Forstamt Main-Tauber

Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer

Für die Beseitigung von Schadereignissen (Trockenheit, Käfer, …) können Waldbesitzer Fördergelder vom Land beantragen. Bezuschusst wird die Aufarbeitung von dürren Bäumen mit 6,- €/Fm. Auch hier ist die Bagatellgrenze für die Antragstellung 250,- €. Das heißt, der Waldbesitzer muss mindestens 42 Fm dürres Holz einschlagen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich mehrere Waldbesitzer zu einem Antrag zusammenschließen. Das aufgearbeitete Holz muss beim Revierleiter vorgezeigt werden, damit dieser die Aufarbeitung bestätigen kann.

Weiterhin stellt das Land Mittel für Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung:

  1. Zum einen werden der Erhalt und die Entwicklung von Altbäumen gefördert. Bäume mit einem bestimmten Durchmesser werden für 10 bzw. 20 Jahre geschont; für jeden Baum bekommt der Waldbesitzer zwischen 70 und 200 € (10 Jahre) bzw. 200 und 550 € (20 Jahre). Maximal 5 Bäume pro Hektar sind förderfähig. Folgende Durchmesser in 1,3m Höhe müssen die Bäume haben:
  • Eiche: 80 cm
  • Buche, Esche, Bergahorn: 65 cm
  • Waldkiefer: 50 cm
  • Linden, Birken, Weiden, Wildobst, Elsbeere, Kirsche, Feldahorn 40 cm
  1. Zum anderen wird die Ausweisung von Habitatbaumgruppen (HBG) gefördert. Unter einer HBG versteht man eine Gruppe von Bäumen, bei der mindestens 1 Baum ab 30 cm Durchmesser eine Sonderstruktur aufweist. Diese Sonderstrukturen können:
  • Pilzbefall
  • Stehendes Totholz
  • Höhlen
  • Bizarre Wuchsformen
  • Kronenabbrüche sein.

Um diesen Charakterbaum wird eine Gruppe von mindestens 7 und maximal 15 Bäumen mit einem Mindestdurchmesser von 30cm ausgewiesen und dauerhaft markiert. Für die Dauer von 20 Jahren erfolgt keinerlei Nutzung in diesen HBG. Maximal 15 Bäume pro Hektar (1 HBG mit 15 Bäumen oder 2 HBG mit je 7 Bäumen) sind förderfähig. Die Förderhöhe beträgt bei

  • Eichen 3700,-€ (HBG mit 7 Bäumen, jeder weitere Baum 518,-€)
  • Buchen 2650,-€ (HBG mit 7 Bäumen, jeder weitere Baum 371,-€)
  • Sonst. Laubholz 2150,-€ (HBG mit 7 Bäumen, jeder weitere Baum 301,-€)
  • Nadelholz 2500,-€ (HBG mit 7 Bäumen, jeder weitere Baum 350,-€)

Stichtage für das Einreichen von Förderanträgen sind immer der 31.01. und der 31.07. eines Jahres.

Informationen zur Förderung, zu in Frage kommenden Bäumen / Baumgruppen, zur Aufarbeitung von Schadholz erhalten Sie bei Revierleiter Martin Rösler (0175/2230283, martin.roesler@main-tauber-kreis.de).

Fördersachverständiger im Forstamt ist Thomas Eckard (09341/82-5207, thomas.eckard@main-tauber-kreis.de), der Ihnen bei der Antragstellung und Detailfragen gerne weiterhilft.

Holzverkaufsstelle gibt Hinweise zur Einschlagssaison

Eingeschlagenes Buchenstammholz: Die Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis gibt Empfehlungen für die beginnende Einschlagssaison. Foto: Forstamt Main-Tauber

Eingeschlagenes Buchenstammholz: Die Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis gibt Empfehlungen für die beginnende Einschlagssaison. Foto: Forstamt Main-Tauber

Der diesjährige Holzeinschlag ist überschattet von mehreren Trockenjahren in Folge und den damit verbundenen großen Borkenkäferschäden. Das Borkenkäferholzaufkommen im Jahr 2019 war mehr als drei Mal so hoch wie 2018. „So bleibt es nicht aus, dass der Nadelholzmarkt immer noch geflutet ist und sich die Abfuhr des Überangebots an Fichtenstammholz sehr schleppend hinzieht“, erklärt Uwe Renk, Leiter der Holzverkaufsstelle des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis.

„Der Preis für Fichte befindet sich auf dem untersten Level und erlaubte es der Kundschaft, den Export in die USA enorm zu steigern“, sagt Renk weiter. Durch die von Präsident Trump eingeleiteten Zollbeschränkungen gegenüber Kanada konnten die Europäer verstärkt auf dem amerikanischen Markt Fuß fassen. Der Anstieg der Hausneubauten-Rate um circa zwölf Prozent ließ die Nachfrage nach Bauholz derart ansteigen, dass sich die Preise teilweise sogar verdoppelten. „Der Waldbesitzer hat von all diesem leider nicht profitiert“, bilanziert Renk.

Für die Waldeigentümer wird auch in den nächsten Monaten die Aufarbeitung von Schadholz im Vordergrund stehen. Infolge des hohen Fichtenaufkommens sind derzeit Kiefernsortimente nicht nachgefragt. „Kiefernhiebe müssen daher auf die nächsten Jahre verschoben werden. Anders stellt sich der Markt bei Douglasie und Lärche dar: Diese Baumarten liegen noch voll im Trend und werden im Spektrum des mittelstarken Holzes sehr nachgefragt“, erläutert Renk. Corona-bedingt sei die Nachfrage in den Baumärkten gestiegen, da während der Kontaktbeschränkungen viele Projekte im Außenbereich realisiert wurden.

Nadelindustrieholz für Spanplatten ist nur schwer absetzbar. Während der Zeit des Lockdowns waren die Möbelhäuser geschlossen, somit stagnierte auch die Nachfrage nach Spanplatten. Papierholz in Drei-Meter-Längen wird verhalten nachgefragt. Für dieses Sortiment spielt die Frische eine enorme Rolle, das heißt Käferholz ist in der Regel zu trocken und für die Papierherstellung nicht mehr geeignet.

Der Laubholzmarkt wird derzeit noch als fragil beurteilt, da die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht abschließend eingeschätzt werden können. Hintergrund ist, dass auch im Segment des Laubrund- und des Laubschnittholzes einiges vom Export abhängt.

Die Markteinschätzung für die Eiche stellt sich so dar, dass gute Qualitäten nachgefragt werden. Die Absatzmöglichkeit für schwache Eichenlose und Gipfelparkett wird sich zunehmend reduzieren, und der Verkauf von Kernkäfer-befallenem Holz wird kaum möglich sein. „Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass auch bei der Submission Taubertal verstärkt Wert auf gute Qualitäten gelegt wird. Die fragwürdigen Sortimente sollten aus dem Submissionsangebot ausgenommen sein“, appelliert der Leiter der Holzverkaufsstelle.

Bei der Buche werden derzeit alle Stammholzsortimente nachgefragt. Ein Problem stellt laut Renk noch die unter der Trockenheit geschädigte Buche (Schadbuche) dar, welche nur sehr schwer absetzbar sein wird; und wenn, dann lediglich zu einem etwas höheren Brennholzpreis.

Die Esche ist dieses Jahr sowohl für den Rundholzexport als auch für den regionalen Einschnitt ab einem Durchmesser von mehr als 40 Zentimetern gefragt. Die schwächeren Eschen der Stärkeklasse L3a/3b werden schlecht vermarktbar sein.

Für die übrigen Buntlaubbäume gilt, dass nur gute bis sehr gute Qualitäten gefragt sind. Der Einschlag von Ahorn, Roteiche und Kirsche sollte möglichst vermieden werden. Abschließend weist Uwe Renk darauf hin, dass vorweihnachtliche Lieferungen wohl leichter verkäuflich sind.

Coronabedingt lässt sich die Entwicklung des Holzabsatzmarktes für die ersten Quartale des Jahres 2021 derzeit noch nicht voraussagen.

Forstamt Main-Tauber